Mittwoch, 22. Juni 2016

Alles hat einen Anfang

Alles hat einen Anfang

Ich lese nun schon seit vielen Jahren Artikel auf Blogs und anderen Webseiten, die sich mit dem Thema Value Investing auseinander setzen und dachte mir, dass es für meinen Investmentprozess hilfreich sein könnte, wenn ich meine eigenen Gedanken auch einmal im Zuge eines Blogs zur Diskussion stelle. Daher: Herzlich willkommen auf EasyWISA.

Meine persönliche Investmentkarriere begann im November 2000 mit dem Kauf von 50 T-Online-Aktien zu 19 € und 140 Salzgitter-Aktien zu 8,01 €. Warum ich ausgerechnet diese Aktien gekauft habe, weiß ich nicht mehr. Was ich weiß, ist, dass ich die T-Online-Aktien eine knappe Woche später für 15,50 € wieder verkaufte. Ich lernte also recht schnell, dass man mit Aktien in relativ kurzer Zeit relativ viel Geld verlieren kann. Die Salzgitter-Aktien verkaufte ich ein halbes Jahr später zu 10,20 € - mit einem zum damaligen Zeitpunkt guten Gefühl. Aus heutiger Sicht weiß ich, dass es danach durchaus bessere Zeitpunkte für einen Verkauf gegeben hätte (z.B. den 19.07.2007, als ein Allzeithoch von 157,10 € erreicht wurde).

Anno 2000 studierte ich Wirtschaftsinformatik, die DotCom-Blase platzte gerade und viele Bekannte sahen sich in ihrer 'Ich habs euch gleich gesagt'-Haltung im Bezug auf Wertpapiere bestätigt. Über die Jahre dümpelte mein Depot vor sich hin mit illustren Investments in FJH-Software, EMS New Media, Lebensart Global Networks oder Tria IT Solutions. Ich kümmerte mich nicht darum, kaufte weder Aktien, noch verkaufte sie. Es war einfach kein Geld dafür da und aufgrund der negativen Erfahrungen keine Lust. Nach dem Studium startete ich meine Karriere bei der Aidos Software AG, die es später fertig brachte, gefühlte 4 Wochen nach dem Börsengang Insolvenz anzumelden. Danach arbeitete ich bei Accenture und verdiente nun auch endlich genug Geld, um nebenher etwas zum Investieren zur Verfügung zu haben. Doch was kam dann? 2007/2008 mit den bekannten Folgen. Auf die Idee, Accenture-Aktien zu kaufen, kam ich übrigens leider nicht. Zum damaligen Zeitpunkt las ich lieber den Börsenbrief 'Der Spekulant' und dachte, das sind erfolgreiche Experten. Die wissen, was sie tun und hatten in der Vergangenheit Erfolg. Doch ich musste lernen, dass dem nicht so ist und so gab es wieder eine relativ lange Zeit der Börsenabstinenz, die bis ca. 2011 dauerte. Das war dann auch der Zeitpunkt, an dem ich mir dachte: Es muss doch ein System geben, mit dem man auf Dauer erfolgreich investieren kann. Andere schaffen es doch auch. Und so stieß ich über den Wikipedia-Artikel von Warren Buffett auf Benjamin Graham und das Thema Value Investing

Nach und nach las ich viele Bücher zu dem Thema, von denen ich in diesem Blog in Zukunft sicherlich auch einige vorstellen werden. Angefangen mit 'Die Kunst über Geld nachzudenken' (Andre Kostolany) und 'The Intelligent Investor' (Ben Graham - der Lehrmeister von Buffett), über 'Buffettology' (Mary Buffett und David Clark) und 'One up on Wall Street' (Peter Lynch), hin zu 'Margin of Safety' (Seth Klarman) gibt es unzählige Bücher, die sich mit dem Thema auseinander setzen und die es ermöglichen, aus den Erfolgen und vor allem Misserfolgen anderer zu lernen. Doch wie heißt es so schön: You don't learn sex from reading books. Und so versuche ich seitdem die von Andre Kostolany probagierten 4 G's des erfolgreichen Investierens (Gedanken, Geld, Geduld und Glück) mit den von mir beeinflussbaren Möglichkeiten in Einklang zu bringen.

Wer nun bis hierhin durchgehalten hat, wird sich sicherlich fragen: Was hat es nun mit EasyWISA auf sich? Als Softwareentwickler sucht man ja immer nach Mitteln und Wegen, um sich das Leben einfacher zu machen. Im Buch Buffettology (für Einsteiger geeignet) wurde eine Methode vorgestellt, durch die man auf Grundlage der Bewertung und des Wachstums des Eigenkapitals eines Unternehmens dessen Wert pi mal Daumen bestimmen kann. Diese soll Warren Buffett angeblich teilweise für seine 'Im Kopf'-Bewertung nutzen. Ich habe diese in ein selbstentwickeltes Programm zur Fundamentaldatenanalyse integriert und dieses EasyWISA genannt - Easy Warren Inspired Stock Analysis. Hier ein kleiner Screenshot:

Dieses Programm füttere ich ein paar Mal im Jahr mit aktuellen Daten und nutze es dann als persönlichen Screener. Das soll es für heute auch erst einmal gewesen sein. Vielen Dank füs Lesen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen