Definition Value Investing

Definition Value Investing

Value Investing
Der Autor dieses Blogs hat sich dem Value Investing verschrieben. Doch was ist Value Investing eigentlich? Grob gesagt besteht der Ansatz beim Value Investing darin, anhand bestimmter Bewertungsmethoden für (börsennotierte) Unternehmen einen sogenannten inneren Wert zu bestimmen. Dieser Wert muss dann mit dem aufgerufenen Preis (im Allgemeinen dem Aktienkurs) verglichen werden. Auf Grundlage der Differenz von Preis und Wert kann man dann unter Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge (Margin of Safety) zu einer Investmententscheidung kommen (kaufen, verkaufen, halten).

Bewertungsmethoden
Für die Bestimmung des inneren Wertes gibt es zahlreiche Bewertungsmethoden, welche im Allgemeinen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Nicht jede Bewertungsmethode ist für jedes Unternehmen anwendbar oder macht bei jedem Unternehmen Sinn. Zusätzlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein durch den Investor bestimmter innerer Wert weder in Stein gemeißelt ist, noch muss er 'richtig' sein.

Wie bei allen Bewertungen hat die Bewertungsgrundlagen (=Input) den größten Einluss auf das Endergebnis (=Output). Typische Bewertungsmethoden im Value Investing sind die Ertragswertmethode, die Substanzwertmethode oder die Marktwertmethode.

Bei der Ertragswertmethode stellt man sich die Frage, welche Cashflows das Unternehmen zukünftig erwirtschaften wird und was diese auf den aktuellen Zeitpunkt abgezinst wert sind. Die Abzinsung führt man dabei durch, da ein Euro, der in 10 Jahren erwirtschaftet z.B. durch Inflation am heutigen Tage weniger wert ist, als ein Euro, der im kommenden Jahr erwirtschaftet wird. Typischerweise wird hier eine DCF-Berechnung durchgeführt (Discounted Cashflow), welche je nach gewählten Parametern (z.B. Abzinsungsfaktor, Wachstumsrate, Terminal Value) aber auch eine gewisse Streubreite beim Ergebnis aufweist.

Bei der Substanzwertmethode steht die Bilanzstruktur die wichtigste Rolle. Im Allgemeinen findet man dort Angaben über Bargeldbestände, Inventar, Geschäftsausstattung, Forderungen, Verbindlichkeiten etc. Bei der Bewertung stellt man sich im Endeffekt die Frage, was die einzelnen aufgeführten Posten der Bilanz nach Abzug aller Schulden wert sein könnten (z.B. im Falle einer Liquidierung). Wichtig hier: wenn etwas mit Betrag X in der Bilanz steht, heißt das nicht, dass man bei einem Verkauf auch X dafür bekommt. 1 Mio. Euro Bargeld ist sicherlich 1 Mio. wert. Eine 20 Jahre alte Maschine, die mit 100' € in der Bilanz steht, muss das nicht unbedingt sein. Zusätzlich ist es schwierig, bestimmte Werte wie z.B. Software, Kundenbeziehungen oder Marken mit einem Preisschild zu versehen.

Bei der Marktwertmethode schaut man, was bei Unternehmensübernahmen für vergleichbare Unternehmen aus der gleichen Branche bezahlt wurde. Dies nimmt man dann als Anhaltspunkt für die Bewertung eines noch nicht übernommenen Unternehmens.

Man muss sich bewusst sein, dass es nicht DIE Bewertungsmethode im Value Investing gibt. Es ist allerdings so, dass jede Bewertungsmethode besser ist, als KEINE Bewertung durchzuführen und z.B. nur zu kaufen/verkaufen, weil andere es tun, weil die Stimmung gut/schlecht ist oder aber der Aktienkurs einem bestimmten Muster entspricht. Meinen eigenen Investmentprozess habe ich einmal im Artikel 'Mein Investmentprozess' zusammengefasst.

Buchempfehlungen
Wer mehr über das Thema Bewertungsmethoden herausfinden möchte, dem empfehle ich die Bücher Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse: Praxisnahe Einführung mit zahlreichen Fallbeispielen börsennotierter Unternehmen von Nicolas Schmidlin, Erfolgreiches Value-Investieren: Geniale Investmentstrategien in Zeiten globaler Veränderungen von Max Otte oder den Klassiker schlechthin Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse von Benjamin Graham und David Dodd.