Dienstag, 3. Oktober 2017

Easy Fürstenfeldbruck WISA schreibt über Alex Düsseldorf Fischers 'Reicher als die Geissens'

Easy Fürstenfeldbruck WISA schreibt über Alex Düsseldorf Fischer

Ich erinnere mich, im letzten Jahr bereits einmal über Alex Düsseldorf Fischer und sein Buch 'Reicher als die Geissens' gelesen zu haben. Dieses wurde von einigen Blogger-Kollegen empfohlen. Was mich etwas gestört hatte, war die Tatsache, dass es kostenlos angeboten wurde und dafür 'nur' 6 € Versand kostete. Nichtsdestotrotz sagte ich mir 'Clever Bürschchen' und schaute dann immer mal wieder bei Ebay, ob es nicht günstiger zu haben war. Doch ähnlich wie Disney Blu Rays bot sich mir nicht wirklich die Chance für weniger Euronen Besitzer dieses Buches zu werden. Und so vergaß ich es erst einmal wieder.

Irgendwann hörte ich dann ein Interview von Herrn Fischer beim Finanzrocker aus dem Jahre 2015 und dachte mir: 'Gar nicht so unklug, was der etwas schmierig aussehende Kollege da so von sich gibt.' Und somit schlug ich vor ein paar Wochen dann doch zu, als es mir bei Facebook wiederholt 'kostenlos' angeboten wurde. Das Thema Immobilien ist und bleibt für mich interessant, auch wenn ich nicht investiert bin. Und Herr Fischer kennt sich ja scheinbar doch recht gut damit aus. Daher war mein Ziel, durch den Kauf des Buches vielleicht doch noch ein wenig mehr zu dem Fachgebiet Immobilien zu erfahren.

Das Buch kommt recht stylisch daher. Schwarzes Cover, den Titel in silbernen Buchstaben und das Gesicht von Herrn Fischer ist auch direkt auf dem Titel sichtbar. Es liegt gut in der Hand und wirkt mit seinen etwas mehr als 400 Seiten relativ umfangreich. Bereits beim Lesen der ersten Seiten fällt allerdings auf, dass es sich um leichte Kost handelt, welche wohl auch diejenigen als Zielgruppe hat, welche die titelgebenden Geissens kennen und bewundern. Also definitiv nicht mich. Die Geissens sind neben Bauern, Schwiegertöchtern, Dschungelcampern und Auswanderern einer der Gründe, warum bei uns kein Free TV mehr läuft. Im Verlaufe des Buches wird allerdings klar, dass Herr Fischer den Titel nur aus PR-Gründen gewählt hat, denn zu den Geissens selbst verliert er in Summe geschätzte 50 Wörter.

Das Buch besteht aus 3 Teilen und insgesamt 66 Kapiteln/Abschnitten. D.h. jedes Kapitel ist durchschnittlich 6-7 Seiten lang (also 2-3 S-Bahnstationen). Es wird versucht, auf zahllose Themen wie Mindset, Unternehmertum, Soft Skills, Finanzierung, Investments und Immobilien einzugehen. Das Lesen fällt leicht, ist aber teilweise auch nervig, wenn z.B. zum x-ten mal darauf hingewiesen wird, ja nichts zu überspringen oder zu überfliegen. Die meisten Themen werden nur an der Oberfläche angekratzt und viel zu oft wird auf seine Webseite oder seinen Youtube-Kanal verwiesen. Es will viel, liefert aber meiner Meinung nach relativ wenig. Manchmal versucht er cool zu wirken, was aber bei Ausdrücken wie 'der guten Seite der Macht' in die Hose geht. Jeder echte Star Wars-Fan weiß, dass es die helle und die dunkle Seite gibt, nicht aber die gute Seite...

Was mir jetzt 2 Wochen nach dem Lesen des Buches vor allem in Erinnerung geblieben ist, ist sein Versuch, möglichst viele Gegebenheiten auf das Paretoprinzip abzubilden. Wie so vieles aus der Statistik ist das ganz nett, hilft aber meiner Meinung nach im Alltag dann doch nur bedingt. Einige seiner Tipps sind durchaus hilfreich. Dass man z.B. öfter mal im Duden nach der genauen Bedeutung bestimmter Worte schauen sollte, ist absolut richtig. Eine Umfrage im Bekanntenkreis bezüglich eines seiner genannten Wörter hat z.B. ergeben, dass sie bei der Instandsetzung einer Fassade (das war das Wort) durchgängig alle 4 Seite des Hauses renoviert hätten, nicht nur die 'der Straße zugewandte Seite'. Aber genau solches Wissen ist es wieder, welches einen dann im Falle des Falles als Klugscheißer unbeliebt macht. Manchmal kann man dann zwar Recht haben, Freunde macht man sich damit aber nicht zwangsläufig.

Die Installation seines Geldmagneten erschließt sich mir auch nur bedingt. Er schlägt vor, 10 % des Einkommens auf ein Konto zu überweisen (siehe auch 'Der reichste Mann von Babylon'), welches man eingerichtet hat und zu dem man dann PIN und EC-Karte wegschmeißt. Das Geld soll man dann da drauf liegen lassen. Einfach so. Hätte er jetzt gesagt, dass man mit den 10 % ETFs kauft, wäre ich bei ihm gewesen. Aber 10 % einfach so unzugänglich rumliegen lassen? Wozu?

Als ich dachte 'Jetzt wird es interessant' - also bei seinem Spezialgebiet Immobilien - wird dann wieder größtenteils auf seine Webseite oder sonstige Quellen verwiesen. So ist z.B. das Kapitel 'Wert und Cashflow steigern' sage und schreibe 8 Zeilen lang. Hier wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt, da ich aus seinem Interview mit Daniel Korth ja weiß, dass er interessante Dinge über Immobilien weiß.

Seinen Youtube-Kanal, den er immer wieder erwähnt, finde ich eher so semi-geil. Zahllose 3-4 Minuten Videos, auf denen er bei 200 km/h auf der Autobahn in leicht verdauliche Häppchen für seine Anhängerschaft versucht, Fragen zu beantworten. Vielleicht bin ich zu alt dafür, um das gut zu finden. Keine Ahnung. Es kann durchaus sein, dass es auch ein paar gehaltvolle Beiträge gibt, aber alles in allem habe ich ständig das Gefühl in einer Alex Fischer Verkaufsveranstaltung zu stecken, in der zwar alles kostenlos ist, aber dann irgendwie doch nicht, da ich ja viel Zeit investieren muss (oder alternativ 6 € Versandkosten). Herr Fischer ist für mich vor allem eins: Ein Marketing-Profi, der es gelernt hat, sich und sein Wissen gut in Szene zu setzen. Ich bin mir absolut sicher, dass ich mich mit ihm sehr gut unterhalten könnte aus folgendem Grund: er weiß viel, redet gerne und ich bin ein guter Zuhörer.

Alles in allem ist das Buch trotzdem ganz nett. Wobei meine Frau jetzt (in diesem Falle zu Unrecht) behaupten würde, nett sei die kleine Schwester von scheiße. Ich würde ihm 3 von 5 Sternen geben, da meine Erwartungen nicht erfüllt wurden und es zu all seinen angeschnittenen Themen diverse Bücher gibt, welche diese wesentlich besser behandeln:

  1. Möchtest du etwas über das Investieren lernen, so lies lieber 'One Up on Wall Street' von Peter Lynch oder 'Der Finanzcode' von Howard Marks.
  2. Möchtest du etwas über finanzielle Freiheit lernen, so lies lieber 'Der reichste Mann von Babylon' von George S. Clason.
  3. Möchtest du etwas über die Verbesserung deiner sozialer Verhaltensweisen lernen, so lies lieber 'Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden' von Dale Carnegie oder 'The Game' von Neil Strauss.
  4. Möchtest du etwas über Unternehmertum lernen, so lies lieber 'Kopf schlägt Kapital' von Günter Faltin oder diverse Biografien erfolgreicher Unternehmer.
  5. Möchtest du etwas über Immobilien lernen, so lies lieber 'Geld verdienen mit Wohnimmobilien' von Alexander Goldwein.

Dienstag, 19. September 2017

Cisco Systems (CSCO): Das ehemals teuerste Unternehmen der Welt

Cisco Systems (CSCO): Das ehemals teuerste Unternehmen der Welt

Da ich aus der IT-Branche komme, ist mir das Unternehmen Cisco Systems natürlich schön länger bekannt und ich habe es auch schon seit einiger Zeit auf meiner TODO-Liste stehen. Jetzt bin ich endlich einmal dazu gekommen, mir das Unternehmen näher anzuschauen und was ich gesehen habe, hat mir ganz gut gefallen. Allerdings nicht gut genug, um zum aktuellen Preis zu investieren. Doch dazu später mehr.

Zum Unternehmen:
Cisco ist ein amerikanisches Technologieunternehmen, welches 1984 von ehemaligen Wissenschaftlern der Stanford Universität gegründet wurde. Es ist im Bereich der Netzwerktechnik angesiedelt und dort eigentlich auch Weltmarktführer. Ein Großteil des "Backends des Internets" läuft über Cisco-Hardware. Dies betrifft v.a. Vorrichtungen zur Datenweiterleitung zwischen unterschiedlichen Netzwerken und innerhalb von Netzwerken (Router und Switches). Mehr oder weniger so was wie Fritzboxen, nur in groß und kompliziert :-) Zusätzlich bieten sie diverse Sachen zu den Themen Cyber Security (Firewalls, VPN-Lösungen) und Zusammenarbeit (WebEx) an.

Hier einmal eine Auflistung der Umsatzverteilung auf die einzelnen Bereiche (aus dem letzten 10K):

Hauptumsatzbringer ist solche Hardware:

Sie haben rund 72900 Mitarbeiter. Der aktuelle CEO Charles H. Robbins (51) ist seit 2015 in Amt und Würden. Interessant fand ich, dass Cisco am Höhepunkt der DotCom-Blase im März 2000 das wertvollste Unternehmen der Welt war mit einer Marktkapitalisierung von damals rund 550 Mrd. USD. Der Umsatz lag zu der Zeit übrigens bei rund 19 Mrd. und der Nettogewinn bei 2.6 Mrd. Das waren schon verrückte Zeiten um die Jahrtausendwende. Seit 2009 sind sie Mitglied des Dow Jones Index.

Chartverlauf:

Rakete bis ins Jahr 2000. Absturz bis 2002. Seit einigen Jahren in einer leichten Aufwärtsbewegung. Angst bekommt man da nicht.

Geschäftszahlen:

Ich denke, dass 'Stagnation auf sehr hohem Niveau' genau der richtige Ausdruck ist. Die Umsätze verweilen seit ein paar Jahren in etwa auf dem gleichen Niveau. Die Gewinne gehen mal hoch, mal runter. Am Goodwill kann man erkennen, dass immer wieder Übernahmen getätigt werden. Es gibt hohe Cashbestände, aber auch ständig steigende Schulden (analog Apple). Durchgängig werden sehr hohe Margen geliefert. Die Dividende wird stetig erhöht und man erreicht aktuell eine Rendite von 3,5 % bei einer Ausschüttungsquote von knapp 60 %. Der FCF ist meist größer als der Gewinn. Die Anzahl an Aktien sinkt kontinuierlich. Hierzu gibt es ein authorisiertes Aktienrückkaufprogramm über 112 Mrd. $. Seit Einführung des Programms wurden beeindruckende 4.7 Mrd. Aktien gekauft zu Gesamtwert von rund 100 Mrd. $. Man kann also durchaus von einem kleinen Kannibalen sprechen.

Was gefällt mir an Cisco?

  1. Weltmarktführer im Netzwerkbereich. Technologien bei Kunden teilweise meiner Meinung nach schwer ersetzbar, da man auch Leute benötigt, welche sich mit neuen Geräten auskennen.
  2. Konstant hohe Margen.
  3. Nur noch 12 Mio. Optionen ausstehend zu Ausübungspreis von 6,15 $ + 141 RSUs mit Ausübungspreis von 26,94 $. Daher überschaubare Belastung/Verwässerung zu erwarten.
  4. Gute Geschäfte auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten.
  5. Aktionärsorientiert: stetig steigende Dividende kombiniert mit kontinuierlichen Aktienrückkäufen.
  6. Arbeiten steueroptimiert. Wären durch hohe Cashbestände im Ausland Unternehmen, welches von Tax Holiday profitieren würde.
  7. Sehr gute Cashflows über all die Jahre. Immer einige Milliarden höher, als die ausgewiesenen Nettogewinne. KFCF von 12 immer noch als moderat anzusehen. Würden sie das komplett als Dividende ausschütten, hätte man eine Rendite von über 8 %.

Was gefällt mir nicht an Cisco?

  1. Umsätze stagnieren. Wachstum eigentlich nur über teure Unternehmenszukäufe.
  2. Historisch gesehen alles andere als preiswert - Zeit um Jahrtausendwende mal ausgenommen. Ein KGV von rund 17 für ein quasi Nullwachstum-Unternehmen ist jetzt alles andere, als ein No Brainer.
  3. Insider haben in letzter Zeit nur verkauft. Selbst CEO hat kürzlich knapp 1/4 seine Aktien zu rund 32 $ veräußert.
  4. Teilweise negative Presse (Vorwurf, dass in vielen Produkten Backdoors zu Spionagezwecken vorhanden sind).

Bewertung:
Die aktuell aufgerufene Bewertung (u.a. KGV 17, KFCF 13) ist historisch gesehen eher überdurchschnittlich, als unterdurchschnittlich. Bei Wachstumsprognosen tue ich mich hier schwer, da Cisco einfach in zu vielen Bereichen unterwegs ist. Das Problem ist, dass die Hauptumsatzbringer eher mit Kostendruck versehen sind und daher nach Alternativen Ausschau gehalten werden muss bzw. die bereits vorhandenen unternehmensinternen Alternativen weiter zu fördern wären. Gehe ich von einem Wachstum niedrigen einstelligen Prozentbereich aus, muss ich einfach sagen, dass Cisco in der Vergangenheit preiswerter zu haben war und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zukünftig mal wieder preiswerter zu haben sein wird. Die aktuelle Bewertung ist für mich fair. Die verlockende Dividende fängt für mich die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs aufgrund weiter stagnierender Umsätze und Gewinne nicht auf.

Konkurrenz:
Da Cisco über all die Jahre durchgängig gute bis sehr gute Zahlen geliefert hat, macht es vielleicht Sinn, sich auch einmal die Bewertungen der Konkurrenzunternehmen anzusehen. Hierfür habe ich einfach mal diejenigen rausgepickt, die auch im 10-K genannt wurden. Amazon und Microsoft habe ich weggelassen, dafür aber mal den schwedischen Telekommunikationstechnikhersteller Ericsson mit reingenommen, dem ja doch ab und an ein Interesse Ciscos nachgesagt wird.

Cisco ist das mit Abstand größte Unternehmen der Branche. Es gibt viele 'kleine' Unternehmen, welche in den vergangenen Jahren ihre Umsätze gut entwickeln konnten. Ich würde hier einfach mal stellvertretend Arista Networks, Nutanix, New Relic oder Palo Alto Networks nennen. Es gibt da allerdings 2 Probleme: Einerseits machen sie - mit Ausnahme von Arista - immer noch Verluste und andererseits sind die Umsätze im Vergleich zu Cisco Peanuts. Die aufgerufenen Bewertungen sind teilweise schon so, wie zu den besten DotCom-Zeiten. Hier halte ich aus Prinzip Abstand. Ubiquiti Networks, deren Aktien ich in der Vergangenheit mal besaß, hat ein cooles Geschäftsmodell, einen charismatischen CEO (Robert Pera - Basketballfanatiker), aber zweifelhafte Finanzen. Die IT-Sicherheitsunternehmen (Check Point Software und Symantec Corp) reißen mich nicht vom Hocker. Nokia und Ericsson schwanken mir zu sehr. Mit HPE konnte ich mich im Gegensatz zu MMI von Value and Opportunity (siehe sein HPE-Artikel) noch nicht so richtig anfreunden. Lediglich F5 Networks (die hatte ich in der Vergangenheit auch mal und leider zu früh verkauft) und Juniper Networks finde ich von den Zahlen her interessant. Die werde ich dann irgendwann auch noch mal anschauen.

Fazit:
Ist Cisco ein tolles Unternehmen? Ja. Eindeutig. Werde ich Cisco kaufen? Mit der aktuell aufgerufenen Bewertung nicht, da ich denke, in Zukunft noch einmal bessere Einstiegsmöglichkeiten zu bekommen. Zusätzlich erscheinen mir F5 und Juniper Networks aktuell auf den ersten Blick etwas interessanter zu sein. Ohne mir diese beiden allerdings genauer angesehen zu haben, werden ich auch in der Richtigung nichts unternehmen.

Wie immer gilt: dies ist keine Empfehlung, sondern nur eine Beschreibung meines Verständnisses der Situation des Unternehmens inkl. eines Versuchs einer Bewertung. Ich habe im Moment keine Aktien des Unternehmens und bei meiner Analyse können durchaus Fehler passiert sein oder aber ich könnte wichtige Details übersehen oder fehlinterpretiert haben. Daher: immer selbst informieren, bevor du eine Entscheidung triffst.

Freitag, 8. September 2017

Zeitlose Ratschläge für die finanzielle Freiheit: "Der reichste Mann von Babylon"

Zeitlose Ratschläge für die finanzielle Freiheit: "Der reichste Mann von Babylon"

Im vergangenen Jahr hatte ich bereits das Buch 'Rich Dad, Poor Dad' gelesen und vorgestellt und dieses als Pflichtliteratur bezeichnet. Heute möchte ich einige Worte zu einem weiteren Pflichtliteratur-Buch verlieren, welches vor allem für Einsteiger in die Materie 'Finanzielle Freiheit' sehr gut geeignet ist: 'Der reichste Mann von Babylon' von George S. Clason. Es hat in der mir vorliegenden deutschen Ausgabe lediglich 206 Seiten und lässt sich sehr flüssig lesen. Das Buch selbst erschien erstmals im Jahre 1926 und allein durch den Fakt, dass es auch heute noch zahlreich empfohlen wird (4.5 Sterne bei mehr als 200 Rezensionen auf Amazon), kann man seinen zeitlosen Charakter erkennen.

In insgesamt 11 Kapiteln werden teilweise miteinander verwobene Geschichten von Bewohnern der antiken Stadt Babylon erzählt. Sinn und Zweck ist es, dem Leser anhand dieser Geschichten diverse Ratschläge mitzugeben, die sich mühelos auch auf die heutige Zeit übertragen lassen. Diese betreffen einerseits die Einstellung zu Geld und Konsum und andererseits die Einstellung zu Arbeit und dem Faktor Glück.

Doch zunächst einmal ein paar Worte zum titelgebenden Ort: Babylon war eine Stadt, welche vor etwa 4000 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Irak existierte. Sie war bekannt für ihren Reichtum, aber auch für die zahllosen architektonischen Meisterleistungen wie die zu den 7 antiken Weltwundern zählenden 'Hängenden Gärten der Semiramis'. Alexander der Große war im Laufe der Zeit einer der Eroberer der Stadt und starb 323 v.Chr. auch dort. Heute existieren nur mehr Ruinen, die den ehemaligen Glanz nur noch erahnen lassen.

Nun zurück zum Buch: Einer der Hauptprotagonisten des Werkes ist Arkhad, der reichste Mann der Stadt. In den ersten Kapiteln wird aufgezeigt, wie er es zum Reichtum geschafft hat und zusätzlich gibt er seine Weisheiten an andere weiter. Kurz zusammengefasst wären diese:

  1. Fang an, eure Geldbörse zu füllen (Pay Yourself First: 10 % der Einnahmen - egal wie hoch diese sind - beiseite legen).
  2. Kontrolliert eure Ausgaben (10 % gehen immer, wenn man immer mal auf bestimmte Dinge wie Ausgehen, Rauchen, Trinken oder teure Kleidung verzichtet; Ausgaben nicht zwangsläufig dem steigenden Einkommen anpassen).
  3. Sorgt dafür, dass euer Geld sich mehrt (= sinnvolle Investitionen).
  4. Bewahrt eure Schätze vor Verlust (=Risikomanagement; vorher über Investments nachdenken).
  5. Macht euer Heim zu einer erträglichen Investition (=Kaufen statt Mieten - gilt in Deutschland aktuell nur bedingt).
  6. Sichert euch ein Einkommen für die Zukunft (= Vorsorge fürs Alter durch Aufbau von passivem Einkommen).
  7. Verbessert eure Verdienstmöglichkeiten (=Fortbildungen, um im regulären Job besser zu verdienen).

Die genannten Punkte werden auch in den folgenden Kapiteln immer wieder aufgegriffen. Das mit den 10 % findet eigentlich immer Erwähnung und deckt sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen. Viele Leute, die ich kenne, geben Geld für sinnloses Zeug aus (wie z.B. Zigaretten, teure Autos oder das immer neueste Smartphone), jammern aber gleichzeitig, dass das Geld meist vor Ende des Monats ausgeht. Alternativ wird gejammert, dass man zu wenig verdient.

Hier kann man nur sagen:

  1. Schaut mal nach, wofür ihr Geld ausgebt und seid ehrlich zu euch, ob das wirklich notwendig ist.
  2. Tilgt eure Schulden und vermeidet sie gänzlich. Auto/Fernseher/Smartphone auf Pump kaufen, weil keine Zinsen zu zahlen sind, bringt auf Dauer nur Ärger. Und seid beim kreditfinanzierten Haus bitte auch ehrlich zu euch.
  3. Statt Abends Netflix zu schauen, lest bei Bedarf einfach mal ein Buch. Und damit meine ich keine Krimis, Elternratgeber oder Fantasyromane, sondern Bücher, aus denen man was lernen kann. Das erweitert den Horizont und wenn man die richtigen Bücher liest, bekommt man evtl. auch Ideen, was man mit seinem gesparten Geld sinnvollerweise anstellen kann. Alternativ erwirbt man dadurch Fähigkeiten, die einem im eigenen Beruf (oder einem neuen Beruf) weiterbringen.
  4. Nutzt eure Herkunft nicht als Ausrede. Auch ich komme aus einer Arbeiterfamilie und habe mir vieles selbst hart erarbeiten müssen. Meine Eltern sind geschieden und ich bin bei meinem Vater aufgewachsen. Viel Geld war nicht da, da mein Vater allein für meine Schwester und mich sorgen musste (Mutter hat keinen Unterhalt gezahlt). Meinen ersten richtigen Urlaub hatte ich mit 19 (Zeltplatztour durch England). Für Kino war nie viel Geld da. Und trotzdem habe ich es geschafft, immer mit relativ wenig auszukommen und dabei trotzdem eine glückliche Kindheit und Jugend zu haben. Vor allem als Student habe ich gelernt, mit wie wenig man auskommt und trotzdem Spaß haben kann.
  5. Viele Sachen gibt es umsonst oder für wenig Geld (z.B. Zugang zu Bibliotheken).
  6. Übertreibt es nicht mit dem Geiz.
  7. Nutzt nicht erfüllte Wünsche doch einfach als Motivation für die Zukunft. Ich habe mir z.B. mit 16 vorgenommen, irgendwann einmal auf jedem Kontinent gewesen zu sein. Jetzt mit 37 habe ich nur noch den Antarktischen Kontinent abzuhaken. Doch auch wenn ich es mir eigentlich jetzt schon leisten könnte, schiebe ich es als kleine Motivation immer noch vor mir her. Die Midlifecrisis kommt bestimmt :-)

Fazit:
Wer es noch nicht getan hat: kaufen, lesen und gelesene Sachen anwenden. Wer es schon getan hat: nochmal lesen und nachjustieren.

Mittwoch, 6. September 2017

Finanzblog-Award 2017 - EasyWISA ist einer der Nominierten

Finanzblog-Award 2017 - EasyWISA ist einer der Nominierten

Liebe Leser,

heute nur ein kurzer Beitrag: Ich bin für den Publikumspreis des Finanzblog-Award 2017 der comdirect nominiert. Bis zum 04.10.2017 können Stimmen für euren Lieblings-Finanzblog abgegeben werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei für mich stimmt. Einfach dem Link folgen, EasyWISA suchen, auswählen und dann abschicken.

Vielen Dank

Sonntag, 27. August 2017

Rekapitulation bisheriger Unternehmensanalysen (u.a. Apple, Disney, Google, Tesla, Netflix)

Rekapitulation bisheriger Unternehmensanalysen (u.a. Apple, Disney, Google, Tesla, Netflix)

Schon längere Zeit hatte ich mir vorgenommen, mal wieder einen Blick auf die bisher von mir analysierten Unternehmen zu werfen und zu schauen, wie sie sich entwickelt haben. Den Blog führe ich seit etwas über einem Jahr und die Börsen haben sich in dieser Zeit recht gut entwickelt. In Deutschland hat sich der DAX seit Mitte letzen Jahres von knapp 10.500 auf aktuell knapp 12.000 erhöht (inkl. neuem Allzeithoch bei über 12.800 im Juni 2017). Und auch in Amerika haben sich sowohl der Dow Jones als auch der S&P500 mit jeweils über 10 % Zuwachs wacker geschlagen.

Ich kann bereits jetzt sagen, dass sich einige Unternehmen sehr gut entwickelt haben (vor allem kurstechnisch). Andere dagegen haben richtig abgekackt. Wieder andere haben sich kaum bewegt. Aus allen 3 Lagern gibt es Unternehmen, die ich im Portfolio hatte oder habe. Insgesamt gesehen muss ich allerdings zugeben, dass es aktuell mit meiner fundamentaldatenbasierten Herangehensweise schwierig ist, die Marktperformance zu erreichen, geschweige denn den Markt wirklich zu schlagen. Zusätzlich habe ich gelernt, dass es manchmal schlimmer kommen kann, als man denkt (siehe HIBB).

Doch nun genug zu den warmen Worten. Kommen wir nun einmal zu den entsprechenden Unternehmen.

Accenture (ACN)

initiale Analyse vom 03.08.2016 - Kurs damals ca. 112 $ - Kurs aktuell ca. 129 $ (+ 14 %)
Aus dem IT-Beratungsbereich hatte ich mir 3 Unternehmen angeschaut: Accenture, Infosys und Syntel. Accenture hat sich von diesen dreien am besten entwickelt - sowohl operativ, als auch kurstechnisch. Die Umsätze wachsen weiterhin im kleinen einstelligen Prozentbereich. Die Rendite sind immer noch sehr hoch (EK-Rendite von 47 %, GK-Rendite von 17 %). Die Free Cashflow-Marge ist mit 12.5 % auf Rekordniveau. Mit einem KGV von über 22 ist Accenture aktuell aber meiner Meinung nach kein Kauf. Wie auch Infosys und Syntel haben sie evtl. mit den verschärften Arbeitserlaubnisbedingungen in den USA zu kämpfen.

Alphabet/Google (GOOG)

initiale Analyse vom 06.12.2016 - Kurs damals ca. 760 $ - Kurs aktuell ca. 930 $ (+ 21 %)
Das Wachstum bei Google geht weiter. Mittlerweile habe ich mir auch ein paar Aktien ins Depot gelegt und wenn ich jetzt eine Aktie für meine Kinder kaufen müsste, wäre es wohl die von Google, da ich bei diesem Unternehmen einfach davon ausgehe, dass es seine Vorherrschaft behält und stellenweise noch weiter ausbaut. Zuletzt hat die EU mit ihrer Strafe gegen Google dafür gesorgt, dass die Quartalszahlen schlechter als erwartet ausfielen. Alles in allem ist das Unternehmen aber immer noch eine Cashcow vor dem Herren. Von 1 $ Umsatz bleiben knapp 25 cent an Free Cashflow übrig. Und ihr Cashberg liegt mittlerweile bei 94 Mrd. $ bei einer Gesamtverschuldung von 30 Mrd. Der KGV von 34 ist sehr hoch, aber ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass er - den aktuellen Kurs für die Berechnung nehmend - in 10 Jahren signifikant niedriger sein wird.

Apple (AAPL)

initiale Analyse vom 19.07.2016 - Kurs damals ca. 100 $ - Kurs aktuell ca. 160 $ (+ 60 %)
Ich bin zwischenzeitlich (leider zu früh) mit gutem Gewinn raus aus dem Unternehmen. Ich kann schlecht abschätzen, wie es mit ihnen weitergeht und die Kennzahlen sind aktuell bei weitem nicht mehr so gut, wie noch vor einem Jahr. Der Einstieg ins Automobilgeschäft ist bisher (zum Glück) ausgeblieben und im Smartphonebereich steht die Jubiläumsedition des iPhone auf dem Plan. Auf meinem aktuellen Projekt habe ich ein Macbook bekommen und muss zugeben, dass man sich an alles gewöhnt. Allerdings würde ich immer noch mein Windows-Notebook nehmen, wenn man mich vor die Wahl stellen würde. Einfach aus Kosten-Nutzen und Frustrationsgründen. Es nervt als Softwareentwickler total, die ganzen wichtigen Tasten (eckige Klammern, geschweifte Klammern, Backslash) suchen zu müssen. Außerdem fehlt mir Paint zur schnellen Bearbeitung von Screenshots :-)

Bed, Bath & Beyond (BBBY)

initiale Analyse vom 15.06.2017 - Kurs damals ca. 36 $ - Kurs aktuell ca. 28 $ (- 23 %)
Autsch - Teil 1. Verlockende Kennzahlen in Verbindung mit leicht verständlichem Geschäftsmodell machen in Zeiten von 'Amazon macht sie alle platt' noch lange kein gutes Investment. Bisher war es eher ein Paradebeispiel für 'Never catch a falling knife'. Die Renditen und Margen sinken aktuell weiterhin. Sie sind noch nicht so schlecht, wie bei Amazon, aber es fehlt bald nicht mehr viel :-) Nachdem Amazon ja jetzt auch andere Geschäfte mit Filialnetz übernimmt könnte ich Jeff Bezos, dem kurzzeitig reichsten Mann der Welt, einen recht preiswerten Einzelhändler empfehlen: BBBY.

Credit Acceptance Corp (CACC)

initiale Analyse vom 30.07.2016 - Kurs damals ca. 186 $ - Kurs aktuell ca. 267 $ (+ 43 %)
Die Geschäfte beim Subprime-Finanzierer (Kreditgeber für Kauf von oft recht alten Fahrzeugen durch Leute mit schlechter Bonität) laufen weiterhin gut. Die Netto-Kreditsumme (Loans receivable, net im 10-Q) betrug zuletzt 4,3 Mrd. Dollar. Der Umsatz konnte gesteigert werden (auf TTM-Basis jetzt über 1 Mrd. $). Der Nettogewinn konnte gesteigert werden (366 Mio. auf TTM-Basis) bei insgesamt weiterhin sehr hohen Renditen (operative Marge 55 %, Nettomarge 35 %, Eigenkapitalrendite 32 %). Die Anzahl an ausstehenden Aktien beträgt aktuell nur noch 19,3 Mio. D.h. es werden weiterhin immer weniger. Dafür hat der Kurs im Vergleich zum letzten Jahr auch um mehr als 40 % angezogen und das KGV beträgt aktuell rund 15. Es ist immer noch ein gutes Unternehmen, was ich auch weiterhin beobachten werden. Bei Seeking Alpha habe ich übrigens diesen recht lesenswerten Artikel zu CACC gefunden, in dem auch noch mal ganz gut erläutert wird, was die so machen. Wenn ich mir die Kommentare des Nutzers 'Credit4You.biz' anschaue, bin ich mir allerdings nicht so sicher, ob ein Einstieg bei CACC aktuell eine gute Idee ist. Die Geschäftszahlen sagen ja, seine Bewertung des angepassten Geschäftsmodells (immer mehr langfristige Finanzierung) sagen eher nein. Kernaussage des Kommentators: Long term financing on a depreciating asset is not good.

Cimpress N.V. (CMPR)

initiale Analyse vom 17.11.2016 - Kurs damals ca. 85 $ - Kurs aktuell ca. 90 $ (+ 6 %)
Zuletzt gab es weiterhin Verluste beim bekannten Werbemittel-Unternehmen (u.a. Vistaprint) auch wenn die zugehörigen Cashflows positiv sind. Wir persönlich haben immer wieder neue Flyer und Visitenkarten bei ihnen erstellen lassen, da sie in unseren Fällen einfach der günstigste Anbieter waren. Da die Geschäftszahlen seit der Analyse schlechter geworden sind und ich schon damals abgewunken habe, bleibe ich auch jetzt erstmal dabei, die Aktie von Cimpress zu meiden.

Diamond Hill Investment Group (DHIL)

initiale Analyse vom 28.06.2016 - Kurs damals ca. 180 $ - Kurs aktuell ca. 189 $ (+ 5 %)
Anzahl ausstehende Aktien: 3.45 Mio., Umsatz im ersten Halbjahr 2017: 70.5 Mio., Gewinn/Aktie im ersten Halbjahr 2017: 7.38 $, Assets under Management: 20.9 Mrd. $ Ende Juni 2017. Ich würde sagen, die Entwicklung schaut für eine Fondsgesellschaft mit aktiver Vermögensverwaltung nicht übel aus. Sie sind von der Bewertung her gesehen günstiger geworden, aber das Rückschlagrisiko für diese Art von Unternehmen bleibt. DHIL bleibt auf meiner Watchlist, da die von mir genannte Einkaufsbewertung (ab KGV 12) noch nicht da ist.

Dürkopp Adler AG

initiale Analyse vom 14.01.2017 - Kurs damals ca. 34,50 € - Kurs aktuell ca. 39,60 $ (+14 %)
Der Nähmaschinenhersteller hat seinen Umsatz in 2016 leicht steigern können auf 148 Mio. € (siehe Geschäftsbericht 2016). Unterm Strich ist mit 21,7 Mio. aufgrund höherer Steuern allerdings weniger als 2015 übrig geblieben. Da sie knapp 50 % der Umsätze außerhalb von Europa machen und der Euro-Dollarkurs in diesem Jahr für sie eher in die falsche Richtung geht (Dollarumsätze sind dieses Jahr knapp 10 % weniger Euro wert), gehe ich für dieses Jahr auch von einem eher soliden Ergebnis aus. Die Halbjahreszahlen 2017 wurden am 18.08. veröffentlicht. Die Umsätze sind im H1 knapp 6 % gestiegen (von 74,9 Mio auf 79,5 Mio). Unterm Strich ist etwas weniger übrig geblieben (von 12,3 Mio. auf 12,06 Mio). Der FCF war durch einen starken Anstieg an Forderungen wie im H1 des Vorjahres negativ (von -1,6 Mio. auf -12,6 Mio.).

EASY Software AG

initiale Analyse vom 28.10.2016 - Kurs damals ca. 4,80 € - Kurs aktuell ca. 7,25 € (+ 51 %)
Operativ gibt es bei dem Dokumentenmanagementspezialisten nicht viel neues. Nur, dass sich der Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vorstand hinzieht und dass für das aktuelle Jahr ein EBITDA von 3.1-3.8 Mio. angedacht ist. Der Kursanstieg in den letzten Wochen kommt eher aus Richtung von Übernahmespekulationen (Allgeier?) und neu eingestiegenem > 5%-Aktionär. Ich war bisher nicht dabei und werde es zu den aktuellen Kursen auch nicht sein.

Female Health Company (FHCO) / jetzt Veru Healthcare (VERU)

initiale Analyse vom 05.10.2016 - Kurs damals ca. 1,16 $ - Kurs aktuell ca. 1,42 $ (+ 22 %)
Das Kondom für die Frau ist immer noch kein weltweiter Verkaufsschlager geworden. Dafür ist aber der Zusammenschluss mit dem anderen Unternehmen durchgegangen und es hat eine Umfirmierung in 'Veruf Healthcare' stattgefunden. Wer beim zwischenzeitlichen Absturz auf 0,82 $ eingestiegen ist, konnte bis heute einiges gut machen. Ich lasse von denen die Finger, da ich nicht so auf Risiko stehe. Kann aber evtl. auch gutgehen. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich folgenden Seeking-Alpha-Artikel zu Veru Healthcare.

Gentherm Inc (THRM)

initiale Analyse vom 25.11.2016 - Kurs damals ca. 31,45 $ - Kurs aktuell ca. 30,20 $ (-4 % %)
Der Umsatz konnte in den letzten 12 Monaten gesteigert werden. Unterm Strich ist aber weniger übrig geblieben. Der freie Cashflow ist gerade so positiv. Von daher kommt der aktuelle Kursabsturz von knapp 40 $ auf knapp 30 $ für mich nicht so überraschend. Da ich nicht investiert war, ist es mir wurscht. Es bleibt ein überdurchschnittlich interessantes Unternehmen in einer schwierigen Branche (Automobilzulieferer).

Gilead Sciences (GILD)

initiale Analyse vom 08.11.2016 - Kurs damals ca. 74 $ - Kurs aktuell ca. 74 $ (+/-0 %)
Der HIV- und HCV-Medikamentenhersteller war bis auf knapp 64 $ abgestürzt. Aber manchmal hilft es anscheinend doch, wenn die Ergebnisse nicht ganz so scheiße ausfallen, wie erwartet. Auf Basis der Kennzahlen immer noch spottbillig (einstelliges KGV + KFCF). Die Risiken bleiben aber (Was ist, wenn HCV-Medikamentenpreise immer billiger werden? Was ist, wenn HIV-Heilung möglich wird?). Als Depotbeimischung meiner Meinung nach immer noch ganz gut geeignet. Findet übrigens auch WertArt vom lesenswerten WertArt-Investmentblog.

Halloren Schokoladenfabrik AG

initiale Analyse vom 19.02.2017 - Kurs damals ca. 6,50 $ - Kurs aktuell ca. 6,90 $ (+ 6 %)
Also mit den Williams-Christ-Halloren haben die ja echt meinen Geschmack getroffen. Die Eierlikör-Halloren sind auch nicht schlecht. Durchaus empfehlenswert. Bei unserer monatlichen Pokerrunde stelle ich eigentlich auch immer 1-2 Schachteln Hallorenkugeln hin. Mein Beitrag zu 'Aufbau Ost' sozusagen. Was die AG angeht gibt es nur 2 News: zunächst einmal wurden immer noch keine Geschäftszahlen 2016 veröffentlicht, was bei nicht mehr gelisteten Aktiengesellschaften (nur noch in Hamburg handelbar) keine Überraschung ist. Und zweitens haben die Charlies jetzt die Kontrolle über knapp 75 % der Anteile. Zumindest hier bleibt es spannend.

Hibbett Sports (HIBB)

initiale Analyse vom 11.08.2016 - Kurs damals ca. 35 $ - Kurs aktuell ca. 12 $ (-65 %)
Bisher mein Rohrkrepierer schlechthin. Hat zuletzt nach einer Gewinnwarnung knapp 30 % verloren, nachdem sie einen 10-prozentigen Einbruch bei den Comparable Store Sales im letzten Quartal inkl. eines Verlustes verkündet haben. Das entsprechende 10-Q ist noch nicht verfügbar, so dass ich schwer einschätzen kann, wie es Cashflowseitig aussieht. Sind aber mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,3-0,4 immer noch relativ preiswert und waren auch zuletzt noch mehr oder weniger schuldenfrei. Werden jetzt unter Buchwert gehandelt. Für 2018 haben sie ihre Guidance angepasst. Statt 2,35$-2,55$ Gewinn pro Aktie wird nun eher von 1,25$-1,35$ ausgegangen. Sie wollen ihre Onlineaktivitäten ausbauen, was Geld kostet (siehe auch BBBY). Ist allerdings lebensnotwendig, wenn man gegen Amazon bestehen möchte. Ein weiterer Stich in den Rücken ist die Direct-To-Consumer-Offensive der Sportartikelgrößen Adidas und Nike. Diese haben auch schon bei FootLocker zu einem starken Kursverfall geführt und das war wahrscheinlich erst der Anfang. Insgesamt muss ich mir eingestehen, dass ich die Risiken wohl falsch eingeschätzt habe. Ist auf jeden Fall ein Kandidat für die Mit-Verlust-Verkaufen-Aber-Was-Dabei-Gelernt-Strategie. Schauen wir mal...

Infosys (INFY)

initiale Analyse vom 26.07.2016 - Kurs damals ca. 16,50 $ - Kurs aktuell ca. 15,30 $ (-8 %)
Das Unternehmen selbst ist weiterhin gut, aber immer noch nicht in Kaufregionen. Allerdings wurden sie durch die Wahl von Trump getroffen, da dieser durch sein protektoristisches Verhalten die Geschäfte von IT-Outsourcingunternehmen mit vielen Mitarbeitern außerhalb der USA negativ beeinflusst (siehe Link bei den warmen Worten zu Accenture). An den Geschäftszahlen selbst lässt es sich aktuell noch nicht wirklich ablesen. Sind aber wohl gerade dabei, massiv Stellen abzubauen. Es bleibt spannend.

K+S (Kali & Salz AG)

initiale Analyse vom 11.11.2016 - Kurs damals ca. 20 € - Kurs aktuell ca. 20,35 $ (+ 7 %)
Der neue CEO ist im Amt. Das Werk in Kanada läuft und hat auch schon die erste Tonne produziert. Laut IR-Präsentation soll die Produktion bis 2034 auf 4 Mio. t/Jahr erhöht werden. In 2018 wird die Rückzahlung der ersten großen Anleihe fällig (500 Mio €). In 2019 folgt die zweite Anleihe (325 Mio. €). Bin gespannt, wie sie das im Endeffekt machen (1 Mrd. Dollar-Kreditlinie bis 2020 anzapfen?) und wie sich die Cashflows in den nächsten Monaten entwickeln. Die €/USD-Entwicklung ist ja aktuell nicht wirklich vorteilhaft für K+S. Die Halbjahreszahlen wurden vor ein paar Tagen veröffentlicht und vor allem die Einräumung, das '1.6 Mrd EBITDA in 2020'-Mittelfristziel wohl nicht erreichen zu können, kam am Markt recht schlecht an. Für das aktuelle Jahr wird ein Umsatzanstieg erwartet und eine Verbesserung des Gesamtergebnisses. Damit einher geht dann wohl eine Erhöhung der Dividende, da K+S ein Unternehmen ist, welches sich immer recht strikt an die Ausschüttungsquote von rund 40 % des Nettogewinns hält.

ManpowerGroup (MAN)

initiale Analyse vom 06.09.2016 - Kurs damals ca. 71 $ - Kurs aktuell ca. 109 $ (+ 53 %)
Der Umsatz des Zeitarbeitsspezialisten konnte im GJ 2017 leicht gesteigert werden. Auch im H1 haben sich der Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht erhöht. Der FCF ist allerdings zurückgegangen (von 230 Mio. $ auf ca. 120 Mio. $). Die Aktienanzahl liegt mittlerweile bei 66,7 Mio. An den restlichen Parametern hat sich nicht so viel geändert. Der Kursanstieg ist v.a. mit einer KGV-Expansion zu erklären. Dieser lag nämlich zum Zeitpunkt meiner Analyse bei ca. 13 und aktuell bei rund 18. Beides nicht sonderlich günstig. Ich bleibe hier weiterhin nur an der Seitenlinie.

Myriad Genetics (MYGN)

initiale Analyse vom 24.01.2017 - Kurs damals ca. 15,50 $ - Kurs aktuell ca. 29,30 $ (+ 89 %)
Der Kurs des Krebsfrüherkennungsspezialisten kennen seit dem Frühjahr nur eine Richtung: nach oben. Das Kursplus nützt mir allerdings nichts, da ich nicht eingestiegen bin. Die vergangenen 3 Quartale haben im Vergleich zum schwachen Q1 noch mal einiges rausgerissen. Der Umsatz hat sich im GJ 2017 leicht erhöht (von 753 Mio. auf 773 Mio.), das Nettoeinkommen ist allerdings stark gesunken (von 125 Mio. auf 22 Mio.). Der FCF war stark, wenn man die Kosten für den Erwerb von Assurex einmal herausnimmt (einmalige Kosten), aber insgesamt auch rückläufig. Da ich allerdings mein Prognose nicht zwangsläufig anpassen würde, sehe ich bei Myriad aktuell eher eine Über- statt einer Unterbewertung und steige daher auch jetzt nicht ein.

Netflix (NFLX)

initiale Analyse vom 25.09.2016 - Kurs damals ca. 95 $ - Kurs aktuell ca. 166 $ (+ 74 %)
Der Umsatz der vergangenen 12 Monate liegt laut den zuletzt gemeldeten Zahlen erstmals bei über 10 Mrd. $. Sowohl operativ, als auch unterm Strich ist mehr hängen geblieben. Die Cashflows sind weiterhin stark negativ und die Verschuldung ist weiter nach oben gegangen (long term debt mittlerweile 4,8 Mrd). Die Anzahl der Nutzer lag zuletzt bei knapp 104 Mio. weltweit und jeder Nutzer hat monatlich rund 9,21 $ Umsatz gebracht. Insgesamt gesehen würde ich bei meiner Bewertungsrechnung vom letzten Jahr lediglich den Umsatz/ Nutzer leicht erhöhen, da ich dort lediglich 120 $/Jahr im Idealfall angesetzt hatte. Trotzdem wäre ich dann noch weit vom aktuellen Kurs entfernt, so dass ich auch weiterhin nicht bei Netflix einsteige (dreistelliges KGV bei hohem negativen FCF). Das Netflix-Angebot selbst ist weiterhin super (ein paar Freunde haben einen Netflix-Zugang), aber mit meinem zahlenbesierten Investmentstil ist ein Kauf dieser Aktie aktuell nicht vereinbar. Ich würde als Netflix-Manager evtl. darüber nachdenken, über eine Kapitalerhöhung Geld einzusammeln, statt relativ teure Anleihen (3,75 % bis 5,75 % Zinsen) auszugeben. Da sie laut eigenen Aussagen auch in den kommenden Jahren negative Cashflows produzieren werden, wäre das auf jeden Fall ein alternatives Mittel der Wahl.

Nicholas Financial Inc (NICK)

initiale Analyse vom 30.07.2016 - Kurs damals ca. 10,62 $ - Kurs aktuell ca. 8,83 $ (- 17 %)
Beim Autokauffinanzierer, den ich mir zusammen mit CACC angeschaut hatte, laufen die Geschäfte aktuell gar nicht. Der Umsatz ist zurückgegangen und die Gewinne und die sich daraus ergebenden Margen sind eingebrochen. Sie sind zwar in einem riesigen Markt unterwegs, der aber auch extrem umkämpft ist. Sie werden aktuell zu 60 % des Buchwertes gehandelt, was ich für ein Unternehmen in dem Bereich als günstig ansehen würde. Es gibt hier allerdings einen weiterhin ungesunden Mix aus Für und Wider (siehe auch Short-Artikel zu NICK bei Seeking Alpha), so dass ich hier weiterhin aufgrund von 'Too hard for me' die Finger von lasse.

Novo Nordisk

initiale Analyse vom 08.08.2016 - Kurs damals ca. 318 DKK - Kurs aktuell ca. 290 $ (- 9 %)
Leichte Zuwächse bei Umsatz und EBIT meldete der dänischen Insulinhersteller. Die Aktienrückkäufe werden weiter stoisch durchgeführt (2,48 Mrd. Aktien ausstehend). Das Unternehmen produziert weiterhin recht viel Cash (29-33 Mrd. DKK wird erwartet). Vom starken Wachstum der vergangenen Jahre haben sie sich aber weiter entfernt. Und wenn ich die Einschätzungen zu den aktuellen Preisverhandlungen mit den US-Abnehmern richtig interpretiere, gehen sie eher von leichten Preissenkungen im kommenden Jahr aus. Bilanzseitig stehen sie immer noch recht sauber da. Sie haben Cash von 21 Mrd. DKK und Finanzschulden von nur rund 1,7 Mrd. DKK. Novo bleibt ein interessantes Unternehmen, welches aktuell meiner Einschätzung nach weder über- noch unterbewertet ist.

Pandora A/S

initiale Analyse vom 11.10.2016 - Kurs damals ca. 790 DKK - Kurs aktuell ca. 650 DKK (- 18 %)
Der Schmuckhersteller hat sich operativ gut entwickelt. Für das aktuelle Geschäftsjahr wird ein Umsatz von 23-24 Mrd. DKK erwartet. Vor allem in Asien wachsen die Umsätze aktuell relativ stark, wobei sie in den USA leicht rückläufig sind. In China, dem weltweit größtem Markt für Schmuck, konnten sie ihre Umsätze fast verdoppeln. Negativ zu sehen ist aktuell die Entwicklung der Margen (EBITDA-Marge soll z.B. leicht von 39 % auf 38 % sinken) und der Wechselkurseinflüsse. Positiv ist, dass sie die Dividende quasi vervierfacht haben, da die 9 DKK jetzt nicht mehr jährlich, sondern quartalsweise gezahlt wird. Bei 36 DKK/Jahr und einem aktuellen Kurs von 615 DKK ergibt sich damit eine recht nette Dividendenrendite von rund 6 %. Ich habe mir kürzlich mal ein paar ins Depot gelegt.

Randstad

initiale Analyse vom 14.09.2016 - Kurs damals ca. 40 € - Kurs aktuell ca. 49 € (+ 22 %)
Auch beim europäischen Zeitarbeitsvertreter Randstad haben sich die Geschäfte im vergangenen Jahr gut entwickelt. Es gab Zuwächse an allen Fronten. Nur der Cashflow war leicht rückläufig. Mit einem KGV von rund 16 sind sie nicht wirklich preiswerter geworden. Ich bleibe hier ähnlich wie bei Manpower an der Seitenlinie. Aber sollte die Konjunktur mal einbrechen, wäre Randstad ein Unternehmen, bei dem man sicher nicht so viel falsch machen kann, wenn man dann ein paar Anteilsscheine erwirbt.

Rayonier Advanced Materials (RYAM)

initiale Analyse vom 16.09.2016 - Kurs damals ca. 11,80 $ - Kurs aktuell ca. 13,60 $ (+ 15 %)
Der amerikanische Zellulose-Spezialist hat im vergangenen Jahr eine kleine Achterbahnfahrt hingelegt. Sowohl vom Kursverlauf her (Tiefskurs 10,72 $, Höchstkurs 17,39 $), als auch vom Geschäftsverlauf. In 2016 gab es einen FCF/Aktie von 3,04 $. In den ersten 2 Monaten hat sich das allerdings schon wieder relativiert. Die Umsätze sind weiter rückläufig. Das Eigenkapital ist mittlerweile auf 221 Mio. $ angewachsen. Sie haben inzwischen etwa 368 Mio. an Cash angesammelt und nur noch 781 Mio. Schulden. Bevor hier allerdings Freude ausbricht, wird es schon wieder komplizierter, denn RYAM wird wohl zum Jahresende das kanadische Unternehmen Tembec übernehmen. Tembec-Aktionäre erhalten wohl 4.75 kanadische Dollar pro Aktie oder aber 0.2542 RYAM-Aktien. Der aktuelle Tembec-Kurs in Toronto liegt bei 4,58 CAD, so dass rein theoretisch ein Arbitrage-Geschäft mit 17 cent Gewinn möglich wäre (3,7 % in knapp 4 Monaten). Alle Leute, die letztes Jahr Tembec-Aktien für 0,90 CAD gekauft haben, dürften sich freuen. Finanziert wird das Ganze (870 Mio. wurden als Preis genannt) über vorhandenes Cash, neue Kredite und Ausgabe neuer Aktien (8.4 Mio). Tembec selbst hatte in 2016 1,5 Mrd. CAD an Umsatz und einen Nettogewinn von 20 Mio. Auf Basis dieser Zahlen ist der Übernahmepreis schon deftig. Diese ganze Transaktion inkl. Schätzzahlen des Gesamtunternehmens + Betrachtung der neuen Aktiengattung (WKN: A2AP94) wäre auf jeden Fall mal einen eigenen Artikel wert. Bis dahin bleibe ich der Aktie erstmal fern.

RPX-Corp (RPXC)

initiale Analyse vom 21.09.2016 - Kurs damals ca. 10,27 $ - Kurs aktuell ca. 12,55 $ (+ 22 %)
Das im Patent-Bereich tätige Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr solide entwickelt. Für das GJ 2016 konnten sie ihren Umsatz auf 333 Mio. $ steigern. Der Nettogewinn ging im Vergleich zu 2015 allerdings von 39 Mio. auf 18 Mio. zurück. Der bei RPXC wichtigere FCF wurde allerdings von 38 Mio. auf 66 Mio. gesteigert. Mittlerweile sind auch schon wieder 244 Mio. $ an Cash und Cash Equivalents vorhanden, so dass sich ein Enterprise Value von lediglich rund 470 Mio. ergibt. Das Inventus-Geschäft entwickelt sich gut. In den ersten 6 Monaten 2017 konnten durch den neuen Geschäftsbereich 36 Mio. Umsatz und ein EBIT von 3,6 Mio. erwirtschaftet werden. Hier wird sich langfristig zeigen, ob sie mit dem 228-Mio.-Investment richtig lagen oder nicht. Das zwischenzeitliche Hoch hatte ich zum Ausstieg genutzt. Mal schauen, ob sich mal wieder die Gelegenheit bietet, ein paar Anteilsscheine zu erwerben.

Support.com (SPRT)

initiale Analyse vom 02.07.2016 - Kurs damals ca. 2,60 $ (splitbereinigt) - Kurs aktuell ca. 2,46 $ (- 5 %)
Bei support.com ist ein wenig was passiert. Es gibt einen neuen CEO (hatte ich erwartet), es wurde ein Reverse Split von 1:3 durchgeführt, damit man wieder auf einen Kurs über 1 $ kommt (hatte ich auch erwartet) und in 2017 gab es schon einmal ein paar Fortschritte auf operativer Ebene. Der Umsatz hat sich zwar negativ entwickelt. Allerdings konnte der Nettoverlust in H1 von 10,3 auf 1,4 Mio. verringert werden. Auf der Abfluss von Cash wurde von -7,5 auf -1,8 verringert. Effektiv haben sie jetzt knapp 51,6 Mio. an verfügbaren Mitteln, Total Liabilities von 8,3 Mio., was bei 18.7 Mio. ausstehenden Aktien einen Nettocashbestand von 2,31 $ ausmacht, was in etwa dem aktuellen Kurs entspricht. Das operative Geschäft bekommt man also quasi geschenkt inkl. knapp 204 Mio. an Verlustvorträgen. Das Unternehmen bleibt interessant, aber auch riskant. Sie sind weiterhin extrem abhängig von Comcast, welche für 64 % der Umsätze verantwortlich sind. Wären die clever, würden die SPRT kaufen (quasi für umsonst), könnten deren Dienstleistung integrieren und hätten zusätzlich jede Menge Verlustvorträge, welche sie evtl. zur Reduktion ihrer Steuerzahlungen nutzen könnten. Bei diesem Microcap gilt: Wenn, dann sollte man nur mit kleinen Beträgen hantieren. Ich bin aktuell nicht mehr mit von der Partie.

Syntel (SYNT)

initiale Analyse vom 21.12.2016 - Kurs damals ca. 19,80 $ - Kurs aktuell ca. 18 $ (- 9 %)
IT-Beratung - da war doch schon was: richtig. Syntel ist nach Accenture und Infosys das 3. Unternehmen der Branche, welches ich mir angeschaut hatte. Die Zahlen werden weiterhin durch ihre 'lass uns Cash aus Indien zurückholen und viele Steuern drauf zahlen'-Aktion verzerrt. Die letzten 3 Quartale sahen allerdings schon wieder ganz in Ordnung aus. Dort waren sie sowohl gewinnseitig als auch cashflowseitig wieder im positiven Bereich. Die Umsätze gingen insgesamt gesehen etwas zurück. Ich habe Syntel weiterhin im Depot liegen, da sich an meiner Investmentthese nicht so viel geändert hat.

Tesla (TSLA)

initiale Analyse vom 05.08.2016 - Kurs damals ca. 230 $ - Kurs aktuell ca. 348 $ (+ 51 %)
Starkes Umsatzwachstum (wie Netflix 10 Mrd. $-Grenze auf TTM-Basis überschritten), starkes Wachstum bei der Anzahl ausstehender Aktien und noch stärkeres Wachstum bei der Ausweitung des negativen Free Cashflow (mittlerweile -3 Mrd.). Haben die Solar City-Übernahme tatsächlich durchgezogen und damit ihre fanatischen Aktionäre glücklich gemacht. Bleiben weiterhin den Beweis schuldig, das Geld wert zu sein, was man investieren muss, um Teilhaber des Unternehmens zu werden. Für mich positiv: ich mache keine Leerverkäufe, sonst hätte ich mir hier wohl eine blutige Nase geholt.

The Walt Disney Company (DIS)

initiale Analyse vom 13.10.2016 - Kurs damals ca. 91,40 $ - Kurs aktuell ca. 102 $ (+ 11 %)
Weiterhin mein Lieblingsunternehmen - produktseitig gesehen. Ich konnte meine Sammlung erweitern. Die im Artikel angesprochene Schneewittchen-Limited-Edition steht aktuell genau so im Schrank, wie fast die komplette Marvel-Reihe, die Abenteuer des Jungen Indiana Jones und diverse Animationsfilme:

Filmseitig haben sie wie erwartet geliefert:

2016er-Charts weltweit (rote Markierung = Disney):

2017er-Charts (Stand August) weltweit:

Für dieses Jahr stehen auch noch der neue Marvel-Film 'Thor: Ragnarok' und der neue Star Wars-Film 'Die letzten Jedi' an, welche sicherlich auch wieder die Milliardengrenze bei den Einnahmen überschreiten werden. ESPN schwächelt weiterhin. Hier trifft Nutzerschwund (v.a wahrscheinlich durch andere Streamingangebote) auf steigende Ausgaben (NBA wurde teurer, Fussball wurde teurer). Interessant finde ich, dass sie ab 2019 ihre Angebote bei Netflix abziehen um ihr eigenes Streaming-Angebot zu stärken. Schauen wir mal, was das bringt. Ingesamt bleibe ich optimistisch.

Wichtiger Hinweis: Alle Aussagen stellen persönliche Meinungsäußerungen dar. Für die Richtigkeit dieser Aussagen und der hier dargestellten Zahlen wird keine Gewähr übernommen. Fehler und Fehlinterpretationen können enthalten sein. Von daher sind hier weder Kauf- noch Verkaufsempfehlungen enthalten. Bevor jemand in eines der hier besprochenen Unternehmen investiert, muss er sich selbst damit befassen und seinen eigenen Analysen anstellen.